Bereits in der Sprache ist die Bedeutung von Zeichen und Symbolen erkennbar. Wir sprechen davon „ein Zeichen zu setzen“ oder die „Zeichen der Zeit zu erkennen“. Es sind Beispiele für die Bildhaftigkeit der Kommunikation, selbst wenn sie heute in der abstrakten Form von Buchstaben und Texten daherkommt. Im griechischen symbolon steckt der Begriff „Zusammengefügtes“, nämlich Teile, die sich ergänzen und etwas Ganzes, Sinnhaftes ergeben. Mit Zeichen und Symbolen wurde bereits in den frühesten Kulturen dem Unsichtbaren, dem Numinosen eine Form gegeben. C. G. Jungs Forschungen haben gezeigt, dass jeder von uns mit diesen von ihm archetypische Bilder genannten Zeichen in der Seele verbunden ist. Man könnte solche Urformen als das gemeinsame kulturelle Gedächtnis der Menschheit bezeichnen. Die Zeichen für Stern, Sonne und Mond beispielsweise waren immer schon Hinweise auf Inhalte, die über das formale Abbild weit hinaus gingen. Mit Zeichen und Symbolen werden eben nicht nur funktionale Piktogramme erzeugt, sondern viel wichtiger ist die dahinter liegende spirituelle oder emotionale Bedeutung. Das gilt auch heute noch. In der modernen Unternehmenskommunikation weiß man um den hohen Wert eines „Logos“, also eines Firmenzeichens. Der Stern von Mercedes ist nämlich nicht nur eine Kurzform, sondern vor allem ein Signal. Das gilt auch beispielsweise für das Signal „Eiffelturm“, das eben nicht nur ein Bauwerk kennzeichnet, sondern für ein komplexes emotionales System steht.

Zeichen und Symbole sind demnach unzweifelhaft Chiffren für das, was wir als persönliche, soziale oder gar kollektive Identität bezeichnen. Sternzeichen, die jedem Menschen zugeordnet sind, tragen nicht nur einen Namen, sondern sind entstanden aus Symbolen am Sternenhimmel, deren Transfer auf menschliche Eigenschaften nur möglich wird, wenn die ganzheitliche Sicht (die des Zusammengefügten) noch nicht verloren ist. So sind Zeichen und Symbole immer auch Erklärungsversuche für die Widersprüche in unserer eigenen Existenz. Deshalb gehören sie auch in das Programm der Identity Foundation, wenngleich wir keinen Anspruch auf Deutung erheben. Hier ist der persönliche und schöpferische Entdeckergeist gefragt. Und wer die kleine Auswahl an Zeichen und Symbolen in unseren Publikationen lediglich als reizvolle Dekoration sehen möchte, ist auch willkommen.